Weihnachten 2020

DANK UND GRUSS AN UNSERE PARTNER
Das Kinderdorf in Zeiten der Pandemie und
nach dem Tod von Ivonita Alves. – Es geht weiter!

Simões Filho 2020

Liebe Freunde und Partner,
wir hoffen, dass es Euch allen gut geht, und dass Ihr gesund seid!
Wie der Rest der Welt, erlebte die CIDADE DA CRIANÇA – das Kinderdorf – ein sehr
untypisches Jahr voller Unsicherheit, aber trotz der Pandemie, ausgelöst durch das COVID
19, hat unsere Einrichtung weiter funktioniert zugunsten unserer Gemeinschaft.
Die Aktivitäten begannen mit den Einschreibungen im Haus des Sports, das
Hydrogymnastik, Gymnastik und Pilates für Erwachsene anbietet und Schwimmen sowie
Judo für Kinder, insgesamt 84 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Im März fand die
Präsentation auf dem Markt der Möglichkeiten für Frauen statt, ausgerichtet von der Stadt
mit ca. 500 Teilnehmerinnen. Im gleichen Monat erreichte das Bildungsprogramm
Jugendkollektiv Coca-Cola mehr als die Hälfte des ersten Ausbildungsabschnitts, bis die
Präsenzpflicht aufgehoben wurde und 240 Jugendliche zu ihren Bewerbungsgesprächen
entsandt wurden. Von ihnen haben bereits 23 einen Arbeitsplatz. Im Bereich des
Vorbereitungskurses für die Bewerbungen hatte das Haus des Wissens den Unterricht der
Vorbereitung zur Technikerschule, den Englisch- und Informatikunterricht für 80
Schülerinnen und Schüler begonnen.
Das Haus des Tanzes bot die Bereiche moderner Tanz, Aerobic, Jazz Dance, Afrobrasileira
und Tanz für Kinder für 50 Kinder und Jugendliche an. Mit Beginn der Pandemie wurden
auch diese Aktivitäten unterbrochen. Das Haus des Theaters produzierte einen interaktiven
Raum zwischen der Kinder- und Jugendgruppe. Mit Beginn der sozialen Isolation
entwickelten die „Cia. Caras do Brasil“ (Name der Theatergruppe: „Gesichter Brasiliens“)
gemeinsam mit den eingeladenen Schauspielerinnen und Schauspielern unter deren Leitung
eine Internetserie, die auf pädagogische Art über Covid19 und die Folgen der Pandemie
informiert. Das Haus der Musik produzierte eine Live-Serie im Internet über Youtube und
Instagram, über seine Geschichte mit Beiträgen von Schülerinnen und Schülern, Lehrern und
lokalen Musikern.
Ohne weitere Aktivitäten unter der Anwesenheit von Teilnehmenden durchführen zu
können, realisierten wir einige Online-Treffen um Projekte zu planen, u.a. die Teilnahme an
einem Online-Ausbildungsprozess und dem Aufbau eines Projektantrages im Rahmen einer
Ausschreibung der Bank Itaú Unicef, die Teilnahme an weiteren Ausschreibungen zur
Erlangung von Projektfinanzierungen, die Überprüfungen der bestehenden Projekte und
Live-Produktionen (informative Sendungen im Internet). Des Weiteren konnten wir eine
Partnerschaft für Kurse in der benachbarten Industrie mit dem SENAI abschliessen
(Nationaler Dienst für industrielle Kurse [Serviço Nacional de Aprendizagem Industrial]).
Wir nahmen an den Online-Sitzungen des Netzwerkes Rede Solivida teil, trafen uns mit den
Verantwortlichen des Aufbauprozesses des PPI-Kinderschutzprogramms und nahmen diesen
Prozess für unsere Institution mit unserem Team wieder auf. Es wurde zudem ein
Fragebogen online gestellt um die öffentliche Meinung über unsere Arbeit einzuholen. Die
vielen Antworten waren für uns sehr wichtig.
Während dieser schwierigen Zeit standen unsere Partner ganz besonders verlässlich an
unserer Seite: Aktionskreis Pater Beda, Instituto Robert Bosch, Associação Primavera,
Instituto Coca-Cola Brasil und The Coca-Cola Foundation halfen uns mit der Beschaffung
und Verteilung von Lebensmittelpaketen, Hygiene- und Reinigungsartikeln sowie
waschbaren Gesichtsmasken. Wir stellten unsere Räumlichkeiten den Bewohnerinnen von
Simões Filho zur Verfügung, damit sie durch die Maskenproduktion Geld verdienen
konnten. Im Rahmen einer Partnerschaft mit einigen Kunsthandwerkerinnen, die ihre
Produkte auf dem „Markt der Möglichkeiten“ ausstellen, fand diese Aktion statt. Insgesamt
konnten wir in drei Verteilaktionen 3.396 Familien mit 18 Tonnen Lebensmitteln
unterstützen. Wir haben 2.000 Masken hergestellt und die Familien immer wieder über das
COVID-19 informieren können. Dazu nutzten wir Lautsprecherwagen, Plakate und Posts in
den sozialen Netzwerken.
Während einer der Lebensmittel-Verteilaktionen erhielten wir die traurige Nachricht über
den Tod von Ivonita Alves, die für uns viel mehr war als nur die Präsidentin/Vorsitzende
unserer Einrichtung. Sie wird für immer in unseren Herzen wohnen und uns in den
schwersten Stunden den nötigen Mut zum Weiterkämpfen geben. Ivonita ist Gründerin der
Cidade da Criança – des Kinderdorfes – in ihrer jetzigen Form. Sie hat uns immer zu
selbständiger Arbeit animiert und gezeigt wie man die Mission auch in schweren Stunden
weiterführt.
Im Oktober konnte der Unterricht des Coca-Cola-Kollektivs mit 240 Jugendlichen online
wieder aufgenommen werden. Für das kommende Jahr haben wir mit Abstandsregeln und
Installation von Schutzwänden sowie der Vorbereitung aller Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter unter diesen neuen Bedingungen arbeiten zu können, sämtliche Maßnahmen in
die Wege geleitet, um den Unterricht vor Ort zu realisieren. Das Haus des Sports hat seine
Arbeit im November nach Abnahme der Hygienevoraussetzungen durch das Gesundheitsamt
wieder begonnen. Bis zur Pandemie hatten wir 809 Menschen betreut. Für 2021 sind
Aktivitäten vor allem online geplant. Wir werden so schnell wie möglich den direkten
Kontakt zu den von uns betreuten Menschen wieder aufnehmen. Sollte die Pandemie weiter
unser Leben und unsere Arbeit bestimmen, müssen wir die direkten Kontakte minimieren.
Auf jeden Fall werden wir versuchen unsere Gemeinschaft zu animieren, das
Selbstwertgefühl der Einzelnen wieder aufzubauen um das Gefühl des Wohlergehens wieder
zu erlangen.
Noch einmal möchten wir an dieser Stelle allen danken, die uns in diesen schwierigen
Monaten nicht vergessen haben und unsere Arbeit gemeinsam mit der Gemeinschaft
unterstützt haben, um allen zu zeigen, dass eine bessere Welt mit Gleichheit für alle existiert.
Unser Team gemeinsam mit unserer Leitung glaubt fest an das von Ivonita Alves
überlassene Vermächtnis. Wir sind vereint und verbunden in der Mission dieser Aufgabe
Kontinuität zu geben, die in der Lage ist, Leben zu verändern und erfolgreiche Geschichten
zu schreiben, solche, die innerhalb unserer Gemeinschaft erzählt und gelebt werden. Das
motiviert uns trotz aller Hindernisse und Schwierigkeiten und trotz aller politischen
Unwägbarkeiten unseres Landes. Wir glauben fest daran, dass diese schlimme Zeit eines
Tages Geschichte ist und wir in Kürze gemeinsam jeden einzelnen Moment des Lebens
feiern dürfen.

 

Das Projekt: Das Kinderdorf “Cidade da Crianca” (Stadt der Kinder) in Simões Filho/ BA

Ca. 600 km südlich von Recife befindet sich die Stadt Simões Filho mit seinen 110 000 Einwohnern, im Bundesstaat Bahia. Die Stadt liegt 30 km von der Hauptstadt Salvador entfernt. Mit mehreren Beteiligten gründete der Franziskanerpater Arnold Stock 1984 das Projekt “Cidade da Crianca”, um “sozialerzieherische Aktivitäten zur Förderung der menschlichen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen in Risikosituationen” zu fördern. Wie kaum in einer anderen Region ist auf Salvador und Umgebung afrikanischer Einfluss zu spüren. In Salvador, der damaligen brasilianischen Hauptstadt, kam um 1500 der größte Teil der rund 5 Millionen Afrikaner an, die von den Portugiesen in die Sklaverei verschleppt wurden.

Der Vorsitzende des Trägervereins von “Cidade da Crianca” ist der deutsche Franziskanerpater Lucas Dolle. Die pädagogische Leiterin heißt Ivonita Alves. Das zunächst als Kinderdorf konzipierte Projekt wurde in den letzten Jahren zu einer Kindertagesstätte und zu einem Ausbildungszentrum umfunktioniert. Über 200 arme und hilfsbedürftige Kinder zwischen 6 und 15 Jahren erhalten hier durch Schulbildung und berufliche Ausbildung Hoffnung und Zukunft. 1994 konnte die St. Geog-Schule in Vreden dem Projekt aus dem Reinerlös eines Weihnachtsbasars 35 000 DM spenden. Mit diesem Geld wurde dort eien Bäckerei eingerichtet. Noch heute werden durch diese Einrichtung alle Personen in diesem Projekt und darüber hinaus auch ein Teil der Menschen im angrenzenden Bezirk der Stadt mit Backwaren versorgt.

Die Kinder sind von Montag bis Freitag den gesamten Tag in der Einrichtung und erhalten Essen sowie erzieherische und sportliche Begleitung. Zehn Jugendliche, die kein Zuhause besitzen, sind außerhalb des Projektgeländes in betreuten Wohngruppen untergebracht, das von der Pfarrei zur Verfügung gestellt wird. Zwölf Jugendliche bereiten sich auf den Berufsstart sowie auf ein Studium vor. 95 Jugendliche sind in einer Lehre oder beruflicher Ausbildung durch die Mitarbeiter im Kinderdorf. Die Ausbildung erfolgt im eigenen Betrieb, in der örtlichen Industrie sowie in Werkstätten und Einrichtungen in der Stadt.

Berufliche Ausbildung findet satt:

im Projekt: im Gartenbau, in der Bäckerei, in einer Konditorei und in Computerkursen.

in Betrieben der Stadt: als Automechaniker, als Elektroinstallateur und im Computerwesen.


Beispiel:

Der berufsbildende Kurs „Industrieküche“ mit Theorie und Praxis dauert sechs Monate. Er wird finanziert durch einen Zuschuss der Regierung. Die Jugendlichen müssen sich einem strengen Auswahlverfahren stellen. Bisher fanden alle Teilnehmer dieses Kurses eine Anstellung in einer Hotel- und Industrieküche. Die Bäckerei des Projektes dient vorrangig der Ausbildung von Jugendlichen und der Eigenversorgung des Projektes.

Öffnungszeiten-Lageplan

20180213 AdresseOeffnungszeiten

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