10. Oktober 2021

Vor 5 Jahren angelegter Dachgarten ernährt 500 Familien in der Pandemie

Als wir (Online-Zeitschrift „Só Notícia Boa“ – Nur gute Nachrichten) im Jahre 2016 zum ersten Mal die Einweihung des Gemüsegartens auf dem Dach der Nichtregierungsorganisation „Gemeinschaft der Kleinen Propheten“ in Recife zeigten, konnten wir uns nicht vorstellen, dass er insbesondere in Zeiten der Pandemie eine Erleichterung sein würde. Und genau das ist heute, 5 Jahre später der Fall.

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Das so genannte Ökoproduktivdach, das auf einem stabilen Haus in Recife installiert wurde, hat dazu beigetragen, 500 sozial schwache Familien in den Gemeinden Coque, Avenida Sul, Roque 2, Roque 3 und Joana Bezerra zu ernähren.

Aus dem 400 m² großen Bio-Garten kommen Kräuter und Gemüse wie Salat, Rucola, Kohl, Basilikum, Weinraute, Koriander, Petersilie, Schnittlauch, Minze, Zitronenmelisse, Chilischoten, Rüben, Kirschtomaten ... um den Hunger in Zeiten von Corona und der Arbeitslosigkeit zu bekämpfen.

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Die Idee des Visionärs Demetrius Demetrio, Leiter der Gemeinschaft der kleinen Propheten, wurde dank seiner Hartnäckigkeit verwirklicht.

"Als die Pandemie ausbrach, hatten wir zwei Möglichkeiten: das Projekt einzustellen oder mit den Risiken weiterzumachen, ohne damals den Impfstoff zu haben. Unser Publikum hat sich in dieser Zeit verdreifacht, und das erforderte mehr Ausgaben. Das Öko-Produktivdach war also von grundlegender Bedeutung für den Gemüseanbau.  Das Publikum verbrachte oft die ganze Nacht vor der Tür unserer Einrichtung, um am Morgen Hilfe in Form von Lebensmitteln zu erhalten", sagte Demetrius in einem Interview mit „Só Notícia Boa“.

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Angesichts der gestiegenen Nachfrage und der sinkenden Zahl von Menschen, die bei der Produktion helfen konnten, musste der Weg neu erfunden werden, und Demetrius schuf Aktionen mit Genossenschaften, um weiterhin Lebensmittel bereitzustellen.

"Im Jahr 2020 konnten wir 40 Tonnen Lebensmittel sammeln oder kaufen, die von Privatpersonen und Vereinen, wie z.B. dem Karnevalsverein „Galo da Madrugada“, dem Rechnungshof von Pernambuco und internationalen Organisationen gespendet wurden.

"Ohne es zu merken, haben wir eine Welle der Empathie ausgelöst, in der Stadt und im ganzen Land, und das ist sehr gut", freut sich Demetrius.

Wie es funktioniert

Das Projekt arbeitet mit den Säulen Nachhaltigkeit, Umweltschutz, Gemeindeentwicklung und Demokratisierung des Zugangs zu ökologischer Produktion, gesunder Ernährung und sozialer Gastronomie in Gebieten mit niedrigem Entwicklungsstand in Recife, der Hauptstadt von Pernambuco.

Der Garten fungiert auch als eine sich selbst erhaltende Wissenswerkstatt. Dort lernen Jugendliche und Familienmitglieder, die von der Nichtregierungsorganisation betreut werden, etwas über den biologischen Anbau von Gemüse und die Pflege und den Schutz der Umwelt. Insgesamt arbeiten heute 287 Familien im Garten und erhalten auch Lebensmittel, die auf dem Dach des großen Hauses produziert werden. Außerdem gibt es für Kurse in biologischer Küche und gesunder Ernährung.

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Demétrius kam die Idee nach einer Reise nach Spanien, um ein Buch zu veröffentlichen. Als er einige Gebäude mit Dachgärten sah, beschloss er zu versuchen, das System mit der Unterstützung von Partnern in Recife einzuführen.

Heute produziert das Öko-Produktivdach nicht nur Bio-Gemüse, sondern erzeugt mit 26 Solarzellen auch sauberen Strom, verfügt über ein automatisches Tropfbewässerungssystem und produziert sein eigenes Saatgut für neue Pflanzen.

Einkommen für Familien

Das Projekt entwickelt heute sozial-ökologische Maßnahmen als Einkommensalternative für Frauen, die Mütter der betreuten Kinder, wie z.B. den ECO PRODUKTIV-Laden, der sich auf die Stärke des weiblichen Unternehmertums stützt.

Der Laden bietet Produkte des Ökoproduktiven Daches (Gelees, aromatische Kräuter, Honig) und der Kooperative "Mãos Talentosas" – talentierte/begabte Mütter, die Abfälle aus dem Capibaribe-Fluss sammeln und in echte Kunstwerke in Form von Kunsttöpfen für den Gemüseanbau verwandelt, zum Verkauf an.

Es gibt auch "As Minhoqueiras" – die Wurm-Kompostierer, die superschicke Bio-Komposttonnen für den Wohnbereich herstellen, die sowohl für Häuser als auch für Wohnungen geeignet sind und "Coque Costura" – Schneiderinnen, die maßgeschneiderte Kleidung und Taschen aus gespendeten Stoffresten herstellen. Allesamt Genossenschaften, die von talentierten Frauen gegründet wurden, den Müttern/Omas der Kinder, die in der „Gemeinschaft der Kleinen Propheten“ betreut werden, und die auf der Suche nach einer alternativen Einkommensquelle sind.

Alle Einnahmen aus dem Verkauf der Produkte fließen an diese weiblichen Familienoberhäupter zurück, die mit viel Kreativität und Kraft der Verschärfung der sozialen Verarmung während der Pandemie begegnen.

Und Demetrius' Gedanken bleiben nicht stehen. Er verriet, dass in einem nächsten Schritt auch ein essbarer Blumengarten auf dem Gelände angelegt werden soll.

Só Notícia Boa, 30.09.2021

Artikel von: Rinaldo de Oliveira

 

   
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Mühlen-Apotheke übergibt Spende an den Eine-Welt-Kreis

Am 13. Dezember hat die Leiterin der Mühlen-Apotheke, Apothekerin Marion Göring, eine Spende in Höhe von 515,- Euro an den Eine-Welt-Kreis in Vreden übergeben. Die Spende wurde in der Mühlen-Apotheke gesammelt, wenn Kundeninnen und Kunden den Vreden-Kalender© 2019 erhalten haben. Die Vorsitzende des Eine-Welt-Kreis in Vreden, Monika van Beek, nahm die Spende an und freute sich über die Hilfsbereitschaft der Apotheken-Kunden. Das Geld wird dem Projekt „Gemeinschaft der kleinen Propheten“ zukommen.

Dabei handelt es sich um ein Hilfsprojekt zur Resozialisierung von Straßenkindern im Zentrum der Großstadt Recife (Pernambuco) im Nordosten Brasiliens. Der Gründer und Leiter der „Gemeinschaft der Kleinen Propheten“, Demétrius Demétrio, wurde jüngst am 12. Dezember 2019 für seinen unermüdlichen Einsatz für die Rechte der Straßenkinder und für deren Leben in Würde mit dem Menschenrechtspreis der Anwaltsvereinigung in Spanien ausgezeichnet. Weitere Informationen beim Eine-Welt-Kreis oder unter www. pater-beda.de.

Der Vreden-Kalender© mit Fotos von Hubert Stroetmann wird jedes Jahr von der Marien-Apotheke und der Mühlen-Apotheke aufgelegt. Er enthält in diesem Jahr Einblicke in das Bauernhausmuseum in Vreden.

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Wir gratulieren Demétrius                                                                                                                   17. Dezember 2019

Für seinen unermüdlichen Einsatz für die Rechte der Straßenkinder und für deren Leben in Würde wurde nun Demétrius Demétrio, der Gründer und Leiter der „Gemeinschaft der Kleinen Propheten“ aus Recife, Nordost-Brasilien, am 12. Dezember 2019 in Spanien ausgezeichnet.

Der Menschenrechtspreis wird ausgelobt durch die Spanische Rechtsanwaltsvereinigung mit Sitz in Madrid. Demétrius Demétrio wird der Preis für seinen über 30-jährigen Einsatz für die Kinder- und Jugendrechte verliehen und dafür, dass er sein komplettes Leben diesem Ziel gewidmet hat.

Demétrius nimmt täglich den Kampf auf den Straßen von Recife auf, um den Kindern und Jugendlichen, die alle bereits schlimmste Gewalt- und Drogenerfahrungen gemacht haben, wieder ein Stück Würde und Menschlichkeit zu geben. Als er 18 Jahre alt war, kochte er in einer alten Garage abends eine Suppe für die Vergessenen der Straße. Dafür sammelte Demétrius Reste in Supermärkten zusammen und baute so ein Vertrauen vor allem zu den Kindern auf.

Demétrius Einsatz für die Kinder war stets sehr gefährlich, oft wurde er mit dem Tode bedroht, da Straßenkinder keinerlei Schutz und Anerkennung in der Gesellschaft erfahren. Seine Kampagne „Tötet meine Kinder nicht“ mit großen Lettern an die Wände gesprüht, ist zugleich Anklage und Protest. Diese Auszeichnung in Spanien ist Rückendeckung und Bestätigung.

Der Eine-Welt-Kreis Vreden und der Weltladen Vreden unterstützen Demétrius Demétrio seit fast 30 Jahren und freuen sich daher mit ihm über diese hohe Anerkennung. Wir wünschen ihm weiterhin die Kraft, seine Vision von Gerechtigkeit zu verfolgen.


Demetrius Demetrio zu Gast im „Eine-Welt-Kreis Vreden“ und im Weltladen


Auf Einladung vom „Eine-Welt-Kreis Vreden“ besuchte am Dienstag, dem 5. September, Demetrius Demetrio, der Leiter des Straßenkinderprojekts  „Communidade dos Pequenos Profetas“
(„Gemeinschaft der kleinen Propheten“) Vreden.
Am Vormittag stellte er seine Arbeit in der brasilianischen Millionenstadt Recife den Schülern des Gymnasiums (10. und 11.
Jahrgang) und der Sekundarschule (8. Klasse) vor. Am Abend konnten ihn die Zuhörer im evangelischen Gemeindezentrum erleben.
Zunächst begrüßte der Vorsitzende vom „Eine-Welt-Kreis“ Walter Gehling die Anwesenden. Er ist seit vielen Jahren mit Demetrius befreundet und kennt das Projekt der Straßenkinder in Recife durch mehrere Besuche dort.
Anschließend sprach Udo Lohoff,Geschäftsführer des Pater-Beda- Kreises, über die großen wirtschaftlichen und sozialen Probleme des Riesenlandes, vor allem die schlimme Korruption in der Politik, der Justiz und der Wirtschaft.

                                                        Beim Besuch im Weltladen    

Die von den ehrenamtlichen Mitarbeitern im Laden erwirtschafteten Erlöse sind die Grundlage für finanzielle Unterstützung der Projekte
Demetrius, begleitet von der Sozialarbeiterin Lucelia de Melo und der Praktikantin Isabell, berichtete dann von seinem Projekt und seinen persönlichen Erfahrungen, veranschaulicht durch Fotos und kleine Videos.
Schon als Student im Jahre 1982 war ihm die Fürsorge der ausgestoßenen und rechtlosen Kinder und Jugendlichen ein großes Anliegen. Er suchte diese in den Straßen der Favelas auf, versorgte ihre Wunden und holte sie in ein dafür eingerichtetes Haus, wo sie neben den Mahlzeiten kindgerechte Freizeitaktivitäten mit Musik, Tanz und Theater erleben konnten. 
Alle Kinder und Jugendlichen erfuhren so zum ersten Mal in ihrem Leben, dass sie eine menschliche Würde haben.
Der damalige Erzbischof  von Recife, Dom Helder Camara, war in der Anfangszeit sein Mentor und Unterstützer.

Das Projekt: COMUNIDADE DOS PEQUEMOS PROFETAS - CPP, in Recife
(übersetzt: Gemeinschaft der Kleinen Propheten)

Ein Projekt, das wir besuchten und von deren Arbeit wir uns ein Bild machen konnten war das Straßenkinderprojekt "Gemeinschaft der Kleinen Propheten" (CPP) in Recife. (Propheten im Alten Testament waren unbeirrbar und unbequem, weil sie den Menschen ihrer Zeit einen Spiegel vor Augen hielten. Sie waren hinderlich für diejenigen, die so weitermachen wollten wie bisher. Sie wurden den politischen Größen der damaligen Zeit unbequem. Darum räumte man sie gerne aus dem Weg. (Abt Dominikus Meyer) )  
Was der Name dieses Projektes aussagt, wurde uns deutlich, als wir uns zwei Tage in der "Gemeinschaft der Kleinen Propheten" aufhielten. Die Väter kinderreicher Familien kapitulieren häufig bei dem großen Elend und der Ausweglosigkeit in diesem Lande vor den Pflichten, die sie als Ernährer der Familien haben und überlassen den Frauen, die oft sechs oder mehr Kinder haben, allein die Verantwortung. Diese Kinder müssen dann zwangsläufig zum Familienunterhalt beitragen. Sie schlagen sich durch mit allerlei Jobs wie Straßenverkäufer, Schuhputzer, Tütenträger an den Supermärkten, Autoscheibenwäscher an Autos vor roten Ampeln u.a.. Von ihnen kehren oftmals nur einige nachts heim, wenn sie überhaupt noch eine Familie haben. Vielfach geraten dann diese Kinder im Moloch der Großstädte unter die Räder. Täglich geschieht es, dass Kinder willkürlich aufgegriffen und an einem verlassenen Ort vergewaltigt, gefoltert oder ermordet werden. Verdächtigt als Auftraggeber werden u.a. die um ihren Umsatz besorgten Besitzer großer Läden und Restaurants. Dagegen sind die begangenen Diebstähle der Kinder und Jugendlichen in der Regel die letzte Möglichkeit, mit Hilfe dieser illegalen Handlungen Nahrung zu bekommen und das Überleben zu sichern.
1982 begann der damaliger Student Demetrius, sich dieser ausgestoßenen Kinder anzunehmen. Damals wie heute besucht er diese Gruppen Jugendlicher, die sich an verschiedenen Stellen der Großstadt, meist unter Brücken, aufhalten und gewinnt so ihr Vertrauen. Mentor und Helfer in den schwierigen Anfängen war Dom Helder Camara, der damalige Erzbischof von Recife und Olinda. Auch Demetrius lebt in Gefahr und wurde immer wieder von Todesschwadronen bedroht und entführt, weil er sich für diese Kinder einsetzt. 1988 konnte er mit finanzieller Hilfe aus Deutschland das erste Projekthaus für seine Arbeit kaufen und zog mit 40 Kindern in dieses Haus. Aus Platzgründen konnte er nicht alle Straßenkinder aufnehmen. Heute hat die CPP ein großes Projekthaus in der Innenstadt und besitzt einen Bauernhof 45 km außerhalb der Stadt, wo in etwa 350 bis 400 Kinder zwischen 7 und 17 Jahren betreut werden.

Bei unserem damaligen Eintreffen bereiteten sich die Jugendlichen auf einen Protestmarsch zum Justizministerium vor. Sie waren ausgerüstet mit Transparenten, die u.a. die Aufschrift trugen: "Wir wollen leben, wir von der Straße wollen leben". Mit dieser und vielen anderen Aktionen, mit denen die Öffentlichkeit aufgeklärt werden kann, sollen die Jugendlichen dazu erzogen werden, dass sie in einer demokratischen Gesellschaft friedlich auf Missstände hinweisen und aufmerksam machen können.
Bei seiner Arbeit wird Demetrius von mehreren Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen unterstützt, die sich zusammen um die Ausgestoßenen bemühen. Sie arbeiten in dieser für uns unvorstellbaren Welt der Trostlosigkeit in unermüdlicher Weise mit Alphabetisierungskursen, mit Kunsterziehung, sportlichen und kulturellen Aktivitäten, von vielen Enttäuschungen begleitet, um für diese Kinder und Jugendlichen eine Verbesserung der Lebenssituation und eine Zukunftsperspektive zu erreichen.

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